Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Blutiger Winter

Tom Callaghan



Dies ist der Auftakt einer Krimiserie um den Ermittler Akyl Borubaew. Er ist Inspektor in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans.

Der Autor Tom Callaghan stammt aus Nordengland, er studierte in England und New York und arbeitet bei Saatchi und Saatchi, einem Werbeunternehmen in London, New York und Philadelphia. Dies beschreibe ich nur aus einem einzigen Grund so explizit: Dieser Krimi strotzt nur so vor russischen Lokalkolorit, er lässt vor dem geistigen Auge des Lesers eine Landschaft, eine Stadt und Menschen entstehen, die vollkommen stimmig sind, alles passt und es ist ein wenig wie in einem verfilmten Le Carre Roman, schnell, temporeich, brutal und ich frage mich, wie kann ein Werbefachmann so schreiben?

Leider weiß ich nicht, ob Akyl die russische Form von Achill ist, die Bedeutung des Namens ist Schmerz, von daher ist der Name des Inspektors auf jeden Fall Programm.

Kirgisistan ist seit 1991 unabhängig, allerdings sind die Spuren der ehemaligen Sowjetunion überall zu sehen.
Die ganze Stadt Bischkek ist ein Überbleibsel der Sowjetunion, sie hat gleich zwei militärische Luftbasen: seit 2002 eine amerikanische und seit 2003 eine russische. Zudem beherbergt Bischkek eine bekannte russische Kampfpilotenschule. Zu Zeiten der Sowjetunion herrschte in der Stadt Industrie vor. Diese ist beinahe komplett untergegangen, hohe Arbeitslosigkeit, steigende Kriminalität und Armut sind die Folge. Die Stadt hat keinen nennenwerten baulich sehenswerten Kern, Sowjetarchitektur und Plattenbauten, sowie breite und groß angelegte Straßen beherrschen also den Schauplatz dieses Krimis. Bischkek liegt am Fuße des kirgisischen Gebirges, zwei Flüsse und ein Kanal durchziehen die Stadt, die in der Steppenlandschaft liegt.

Dies ist das äußere Szenario und es geht weiter, wie man es sich vorstellt in einem kirgisischen Krimi, hart, schnell und brutal. Dennoch ist dieses Buch etwas ganz besonderes. Eine schöne junge Frau wird ermordet im Park von Bischkek aufgefunden, es ist aber nicht irgendeine Prostituierte , sondern die Tochter des Ministers. Damit ist Achill klar, aus dieser Nummer kommt er egal wie, nicht ungeschoren wieder raus und aus der Einzeltat scheint sich eine Serie zu entwickeln, dennoch ist der Kommissar nicht überzeugt und ermittelt in alle Richtungen, gemeinsam mit der schönen undurchschaubaren Saltanat, wobei ihm lange nicht klar ist, ob diese ihn töten oder ihn unterstützen soll. Dieser Krimi, der durch seine Atmosphäre überzeugt, gibt diesem fremden unwirtlichen kalten Land an der Grenze zu Zentralasien ein Gesicht und ist ein Genuss für Krimifreunde!
Ich freue mich wieder von Kommissar Akyl zu lesen!

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