Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Krume Knock Out

Sven Recker



110 Seiten hat dieses Bändchen und wir lesen vom arbeitslosen trockenen Alkoholiker Börner, der die Busfahrerprüfung ablegen will, wir erfahren viel über Julia Weisblum, Klinikärztin, wir lernen den alten Schröder, der sterben möchte, wobei ihm sein übergewichtiger Pfleger Thorsten helfen soll, kennen, wir betrinken uns gemeinsam mit Till Schröder und dem Dealer Drago in einer Bar, während Tills Sohn Felix vom Kindermädchen Tatjana, deren Sohn in Polen geblieben ist, betreut wird.
Diese Menschen haben auf den ersten Blick weder miteinander zutun, noch könnten sie miteinander irgendetwas anfangen, aber alle haben den Wunsch, ihrem Leben eine Wendung zu geben, die Weichen für Neues zu stellen und sie alle treffen im Bus aufeinander, jeder einzelne mit dem Gedanken und der Hoffnung, er fahre nun in ein neues Leben und der Fahrer heißt natürlich Börne.
Recker schreibt in kurzer prägnanter Sprache, nicht ausgefeilt, eher im Telegrammstil, Alltagssprache, manchmal scheinbar flapsig, fast schlampig und doch eröffnet sich dem Leser bei jeder Beschreibung eine Welt, die Welt von Julia, Börner, Barbara, Thorsten, Tatjana, Schröder, wir machen uns ein Bild und wir verbinden mit den wenigen hingeworfenen Sätzen über die Protagonisten Bilder, sie tauchen einfach auf und wir sehen Menschen agieren und interagieren, gegen ihr Leben aufbegehren.
Das alles auf 110 Seiten, auf diese Art und im ersten Buch, das ist schon ein kleines Meisterstück.
Toll gemacht, bin gespannt, was von Sven Recker noch so alles kommen wird.

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