Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Straße der Wunder

John Irving



Endlich wieder ein Buch von John Irving, voller Vorfreude lege ich einen Irving Lesemarathon ein und bin -wie eigentlich immer- total begeistert und voller Freude über dieses Buch, über John Irving und über das Lesen überhaupt. John Irving fabuliert gekonnt und wie immer ein wenig abwegig und schrullig vor sich hin und her, er pendelt von hier nach da, von Einfall zu Einfall.
In diesem Roman schreibt er über den Schriftsteller Juan Diego, der mit seiner Schwester Lupe auf der Müllkippe der mexikanischen Stadt Oaxaca aufgewachsen ist. Juan Diego ist ein Leser, eine seltene Spezies auf den Müllkippen Mexikos. Er hat sich selbst nicht nur das Lesen, sondern auch Englisch beigebracht und er ist Übersetzer, denn nur er versteht den Kauderwelsch, den seine hellsichtige Schwester von sich gibt und den er -meistens zumindest- übersetzt. Juan Diego und seine Schwester werden von Mönchen aufgenommen, die Juans Leselust fördern. Als ihre Mutter von der überdimensionierten Marienstatue umgebracht wird, gehen die beiden Kinder zum Zirkus. Nach dem Tod seiner Schwester Lupe verlässt Juan gemeinsam mit dem Transvestit Flor und dem wundergläubigen katholischen amerikanischen Pfarrer Edward (der dann aber kein Pfarrer mehr ist) Mexiko und wird von den beiden in Amerika großgezogen.
Nun ist Juan Diego über 50, er hat als Schriftsteller Karriere gemacht und ist auf Lesereise. Während dieser Reise nimmt Juan Diego seine Herztabletten unregelmäßig, dafür kann er wieder träumen und seine Kindheit, seine Schwester Lupe, seine Mutter Esperanza, Pepe, den Mönch, den Zirkus, den Müllkippenchef, den gesamten Kosmos seiner Kindheit kann er nun endlich wieder herbeiträumen. Uns so reist der Leser mit Diego durch Vergangenheit und Gegenwart und erlebt ein skurriles Abenteuer nach dem anderen, trifft einzigartige Menschen, hat jede Menge Spaß, reist mit Diego an wundersame Orte und dann sind da ja noch diese amerikanischen Literaturfans, Mutter und Tochter, beide hyänenhaft, allwissend und wild auf Juan Diego, so trudeln wir durch eine wilde Geschichte voller Fabeln und herrlicher Bilder, ja ich sage nur einfach Lesen, John Irving ist immer einfach herrlich!

Tags: Entwicklungsgeschichte

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