Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Augustus

John Williams



Augustus gilt als das Hauptwerk des Schriftstellers John Williams, der insgesamt vier Bücher schrieb: Butcher´s Crossing, Stoner, Nothing but the night und sein letztes Werk 1972 , Augustus. Dieses Buch erscheint nun erstmals auf Deutsch und ich finde, es ist sein bestes!
Augustus ist der Neffe Julius Cäsars. Cäsar hat den jungen Mann Octavius, der sich später Augustus nennt, in seinem Testament zum Nachfolger und Erben bestimmt. Octavius ist neunzehn, sensibel, wissbegierig, und er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu: Ihm, dem Jüngling von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft, gelingt wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen. Augustus wird der erste römische Kaiser sein, unter seiner Herrschaft erblüht das Imperium Romanum.
Der Briefroman ist wie ein klassisches Drama gegliedert. Dem Prolog folgen drei Bücher, der Epilog bildet den Abschluss des Romans. Epilog und Prolog bestehen jeweils aus einem einzigen Brief. Die drei Bücher setzen sich aus Briefen verschiedener Korrespondenten zusammen und sind ergänzt durch unterschiedlich lange Auszüge aus Memoiren und Tagebuchnotizen, anonyme Briefe, Senatsprotokolle, Flugblätter und Militärbefehle. Die Anordnung der Briefe und Schriftstücke folgt keiner Chronologie, und ähnlich einem Puzzlespiel entsteht erst mit zunehmender Zahl der Textteile ein stimmiges Gesamtbild.
Für mich ist dieses Buch ein Buch über die Macht, deren Erwerb, deren Erhalt, deren Preis. Jeder Brief, jede Seite, jeder Redner, jeder Akteur dieses Buches strebt nach Macht und unterwirft diesem Streben sein Leben, bis hinein in privateste Dinge. Dieses Buch empfehle ich jedem, der Karriere machen möchte, aber auch jedem, der einfach nur einen tollen sehr anspruchsvollen Roman über das römische Reich und deren Herrscher lesen möchte. Absolut empfehlenswert, selten spannende Lektüre, die nicht für jeden Leser geeignet sein dürfte. „Augustus“ ist ein Buch, für das der Leser arbeiten muss, dafür wird er reich belohnt. Ich bin begeistert!

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