Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman



Gail Honeymans Erstlingswerk ist überraschend, literarisch, eindringlich, erfrischend und ungewöhnlich. Ein solches Buch erwartet der Leser im allgemeinen nicht im Bastei Lübbe Verlag, aber gerade in der letzten Zeit findet man dort immer wieder solche Perlen.
Eleanor Oliphant meidet den Kontakt zu ihrer Umwelt und hat sich in ihrer Einsamkeit gut eingerichtet. Sie schafft es zur Arbeit zu gehen, ohne soziale Kontakte aufzubauen, privat verkehrt sie mit niemandem außer ihrer Mutter, die sie immer Mittwoch Abend anzurufen pflegt. Eleanor weist im Umgang mit Menschen ziemlich autistische Züge auf, sie legt keinerlei Wert auf ihr Äußeres, was nicht heißt, dass sie sich vernachlässigt. Doch dann, geschieht es, sie verliebt sich in den Sänger einer Band und beginnt nun zielstrebig damit sich erst mal äußerlich in Form zu bringen. Denn soviel ist auch ihr klar, ein wenig sollte sie als Geliebte eines Musikers schon hermachen.
Als sie -unangenehmerweise begleitet von ihrem Arbeitskollegen Raymond auf dem Weg zur Bushaltestelle- einen alten Herrn, der auf der Straße stürzt retten, beginnt über diesen Mann, der Sammy heißt, für Eleanor eine Art soziales Leben. Sammy sucht den Kontakt zu seinen Rettern, lädt sie ein zu Familienfeiern und so bleibt nicht aus, dass Eleanor öfters mit Raymond ausgeht. Aber nein, dies ist keine platte Liebesgeschichte, in der aus der Ente ein Schwan wird, der dann den Mann seiner Träume abkriegt, nein, die Geschichte nimmt immer wieder unerwartete Wendungen. Dieser Roman erzählt von der Liebe, vom Leben, vom Hoffen, von Ehrlichkeit und Freundschaft. Toll gemacht, ein wenig schräg, sehr tragisch, manchmal schockierend und dann wieder herrlich komisch.
Besondere Unterhaltung, auch Strand geeignet!

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