Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers



Walter Moers, geboren 1957, ist das schillerndste Phantom der deutschen Buchhandelsszene. Er begann seine Laufbahn als Comiczeichner, dann entwickelte er Geschichten und schrieb Bücher für Kinder und für Erwachsene. Prinzessin Insomnia ist das erste Buch (außer seiner Geschichte über Gustave Dore) das er nicht selbst illustriert hat. Erstmals arbeitet er mit einer Zeichnerin namens Lydia Rode zusammen, die wie die Protagonistin DYlia an einer unbekannten Krankheit leidet, die mit Müdig- und Schlaflosigkeit, sowie Erschöpfungszuständen einhergeht.
Als große Verehrerin von Moers Zamonien Zyklen ging ich mit hohen Erwartungen an sein neues Buch und wurde daher ein wenig enttäuscht, Insomnia fehlt das Überbordende, Anarchische, Verrückte, Wilde und das Geniale, das Moers Romane über Zamonien auszeichnet. Insomnia ist lieblich, auf den ersten Blick harmloser, in zarten Pastelltönen gehalten, mädchenhaft verträumt, stellenweise ein wenig langatmig und dennoch, trotz meiner ersten Enttäuschung, ist Insomnia absolut lesenswert.
Es ist ein Kammerspiel, das sich in Insomnias Gehirn abspielt. Insomnia begibt sich mit dem Nachtmahr Opal auf eine abenteuerliche Reise in ihr eigenes Ich, ihr eigenes Gehirn, das allerdings auch ein eigenes Leben führt. Im ständigen Dialog mit Opal, einem nur für sie sichtbaren schuppenbedeckten blau schillerndem herrischen, giftigen und ein wenig verschlagenen Gnom, der sie nach dieser Reise auf jeden Fall in den Wahnsinn stürzen möchte, begibt sie sich in ihr Innerstes und dort ist er wieder, der farbenprächtige Kosmos des Walter Moers, nur dieses Mal eben irgendwie mädchenhaft, illustriert und zart bunt aquarelliert von Lydia Rode.
Insomnia ist natürlich ein Muss für Moers Fans und ansonsten herrliche Lektüre für Fans des Absurden, von Sprachspielen und Liebhabern des Ungewöhnlichen.

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